Auszeit! Wie sich Mamas Freiraum schaffen

Eltern und vor allem Mütter wissen: In all dem Alltagstrubel ist es verdammt schwer, sich eigene Freiräume zu schaffen, gleichbedeutend hier mit: Zeit ausschließlich mit sich selbst zu verbringen. Und dabei ist genau das aber doch so wichtig für unser Wohlbefinden und ja: Durchhaltevermögen als Mutter. Ich habe einmal in den sozialen Medien ein paar Mamas mit bis zu neun (!) Kindern gefragt, wie sie sich ein paar Momente, Stunden oder sogar mal ein Wochenende für sich freischaufeln – und vielleicht ist ja die eine oder andere Idee für Dich dabei.

„Viele Frauen lassen sich von der Gesellschaft in eine Rolle pressen und sind nicht (mehr) bei sich.“ Maren aus Oldenburg ist alleinerziehende Mama eines achtjährigen Sohnes – und weiß genau, wovon sie da spricht: „Viele Mütter finden im Alltag kaum eine Möglichkeit, in sich selbst hineinzufühlen, sich zu fragen: Was brauche ich, was benötige ich, um mich wie eine Frau zu fühlen?“ Trotz Job und Kind gönnt sich die 42-Jährige „den Luxus“, sich mit sich selbst „auseinanderzusetzen.“
In den verschiedenen sozialen Medien erhalte ich neben Marens noch einige weitere tolle Antworten auf meine Frage nach der persönlichen „Auszeit“. Viele sind es nicht (an dieser Stelle bitte den Stirnrunzel-Smiley einfügen) …

Sonja, 43 Jahre jung aus Osnabrück, hält es zur Zeit so: „Ich bin Langschläferin und stehe eine Stunde früher auf, um in Ruhe und alleine Kaffee zu trinken und zu frühstücken, bevor der Tag mich überrollt.“ Am Abend macht sie 15 Minuten lang Yoga, „zum Runterfahren und Ruhe finden – bevor ich mein dreijähriges Kind – und oft auch gleich mich selbst ins Bett bringe.“
Ach ja, die Müdigkeit. Auch so ein Stichwort, das der einen oder anderen Mami sicherlich bekannt vorkommen dürfte … Und einmal unter uns: Ich bin gefühlt dauermüde.

Weiter im Text: Die frühen Morgenstunden nutzt auch Anne, ebenfalls eine Frau Anfang 40, die mit Mann, Tochter und Tieren in einem kleinen Dorf bei Schwerin lebt. Die „Grünen“-Politikerin weiß aber auch: „Es ist nicht immer einfach, sich als Mama diese Freiräume zu schaffen; es erfordert tatsächlich ein gehöriges Maß an Disziplin.“
Disziplin … Jetzt muss ich an meine Zeteler Freundin Alexandra denken. Sie und ihr Mann haben sage und schreibe neun gemeinsame Kinder. Richtig gelesen: 9. Wie – um Himmels Willen – gelingt es ihr, einmal völlig allein zu sein? „Im Moment fahre ich einmal am Tag mit dem Rad – ganz allein. Naja, nicht ganz: Der Hund läuft nebenher.“ Gassi fahren quasi. Auch eine gute Idee. Auf diese Weise verbindet sie nämlich „Me-Time“ mit Bewegung.

Auch Nadine aus Oldenburg ist Sport wichtig. Die 40-jährige Mama dreier Mädels im Kindergarten- und Schulalter joggt morgens „oder auch mal abends, wenn die Kids im Bett sind – pure Qualitätszeit. Ruhe in der Bewegung sozusagen.“

Ina – ebenfalls aus der Huntestadt – ist 38 und hat einen ganz speziellen Weg, die Welt um sich herum regelrecht abzuschalten: „Meine Zweitklässlerin weiß: Setze ich meine Kopfhörer auf, brauche ich eine Pause.“ Freude und Entspannung bereitet ihr auch das „Diamond-Painting“: Aus kleinen, funkelnden Schmucksteinen fertigt Ina tolle Bilder und auch Sticker zum Verschenken – oder eben nur für sich selbst.
Alle bisher zu Wort gekommenen Mamas haben den Vorteil der eigenen vier Wände, einem Haus zum Leben für die gesamte Familie. Laura aus Berlin aber lebt mit ihrem Ehemann und den beiden Söhnchen in einer Berliner Altbauwohnung auf nicht einmal 70 Quadratmetern. Viel Raum für etwas „Alleinsamkeit“ ist da nicht vorhanden. Und dennoch gelingt es der Hauptstädterin, sich ihre eigene kleine Wellnessoase zu schaffen: „Ich dusche abends ganz in Ruhe, lange und ausgiebig, ich pflege mich, ohne gestört zu werden.“

Zu Wort meldet sich in einem sehr bekannten Netzwerk auch Isabel aus Westerstede, Mamas vierer Kinder. Sie macht zur Zeit sogar noch eine Umschulung zur Pflegefachkraft – der Vater der Kinder lebt nicht mehr bei den Fünfen. „Er kümmert sich aber toll, zum Glück läuft es gut zwischen uns – trotz allem. Ohne den Papa wäre das alles nicht denkbar.“ Ihre „Me-Time“ nutzt Isabel sehr unterschiedlich: „Mal gehe ich ohne die Kids mit Freunden spazieren oder treffe jemanden auf einen Kaffee. Ich mache spontan das, wonach mir eben dann der Sinn steht.“ Ich bewundere sie zunächst heimlich. Und jetzt ganz öffentlich.

Hamburgerin Doreen ist 47 Jahre alt und ebenfalls Mutter vierer Kinder. Auch sie stößt oft an ihre persönlichen Grenzen: „Mit Familie, Job und Haushalt bin ich mehr als voll beschäftigt. Blicke ich auf die vergangenen 16 Jahre Mutterschaft zurück, in denen ich mehr als acht Jahre stillte, dann war da wirklich wenig Zeit für mich allein.“ Ich fühle den Stolz zwischen den Zeilen, die sie mir dann noch schreibt: „Inzwischen ist das anders: Seit Sommer 2018 erfülle ich mir einen Kindheitstraum – und mache Karate.“ Cool oder?
Wir Mamas brauchen definitiv Zeit für uns. Qualität und Quantität variieren von Mutti zu Mutter – das ist schon mal klar. Aber: Zeit müssen wir uns nehmen – und gegebenenfalls darauf bestehen.

Kurz und richtig gut: Hammer-Mamas wir sind. Syntax? So gewollt: Meister Yoda würde es genau so ausdrücken. Und recht hätte er.

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