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Was ich denke: „Halt doch endlich mal die Klappe!“ Und was ich sage: „Schatz, könntest Du bitte etwas leiser sein? Mama hat Kopfweh.“

Sommerferien, juhu? Von wegen: Ich habe zur Zeit so richtig die Nase voll – von einfach allem. Von diversen Krankheiten, (Fast-)Knochenbrüchen und ja, auch von meinen Kindern! Vielleicht sogar vor allem von denen. Was ich manchmal über sie denke und was ich dann stattdessen zu ihnen sage: Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Naja, fast immer …

Ich brauche Ruhe!
Ende Juli. Die Sommerferien haben gerade begonnen, und wir haben in den ersten „freien“ Tagen bereits einen halbgebrochenen großen Zeh (bitte fragt nicht; aber falls ihr es doch wissen möchtet: Ich konnte den Kampf mit dem schweren, dicken Wasserglas einfach nicht gewinnen) und Corona bei uns allen vieren hinter uns gebracht. Auf den Punkt: Mir ist nach Ruhe; heute ist mir so richtig nach Ruhe. (Hört ihr, wie sehr ich nach RUHE schreie?)

Mama, Mama, Mama!“
Ihr könnt es euch schon denken: Die Kinder langweilen sich natürlich. Und bis wir zu meinen Eltern an die Ostsee fahren, dauert es noch ein paar Tage. Ich sollte packen und fühle mich aber virusbedingt noch immer ziemlich schlapp und sowas von müüüüüde. Und sie – meine beiden Jungs – rufen fortwährend „Mama!“. Gefühlt alle fünf Sekunden. (Papa? Ist schon wieder arbeiten.) „Waaas?“ Ich. „Mir ist langweilig, Mama.“ Der fast Sechsjährige mault herum und zieht die totale Flunsch. Und weiter: „Mama! Was kann ich jetzt spieleeeen?“ Mir doch jetzt echt mal egal! Denke ich, sage aber stattdessen: „Frag doch bitte Deinen Bruder, ob er mit Dir Lego bauen möchte.“ Nein, will er nicht. Scheiße, verdammte. Denke ich, sage aber wesentlich höflicher: „Schade. Und kneten?“ Nee, die Knete ist „so doof vermischt“. Okay, die Farben sind dann wohl nicht mehr so attraktiv, wie sie mal waren … Auch malen ist out, Karten spielen sowieso. Kackfuck!

Geh mir nicht auf die Eier!“
Natürlich denke ich dieses zusammengesetzte Wort nur – und weiterhin Sätze wie: „Mann, geh mir doch jetzt nicht auf den Sack!!“ Ja, ernsthaft. Und ich habe nicht einmal einen. Auch das denke ich. Und dann denke ich noch, dass ich denken könnte: Geh mir nicht auf die Eier! Ja, das geht. Davon habe ich sehr viele. Ich freue mich diebisch-grinsend – und schrecke sowas von zusammen, als plötzlich mein fast Neunjähriger neben mir am Schreibtisch steht. Er fragt, ob wir „biiiitte bitte!!!“ ein paar Körbe in der Einfahrt werfen können. „Ich habe Kopfweh, Süßer.“ Er schlägt vor, dass ich versuche, den Basketball im Sitzen durchs Netz zu hauen. Ich will aber nicht! Sitzen will ich schon. Aber NUR das. Ohne werfen. Ich bin angeschlagen, müde, lustlos – und wenn das hier so weitergeht, gleich auch noch echt übel gelaunt. „Tut mir wirklich leid, Schatz. Heute nicht. Morgen wieder, ja?“ Ich streichele ihm über den Kopf, als er gespielt melodramatisch jammert und wie ein Kleinkind quengelt. Alter, bist Du zwei Jahre alt oder was?! Ihr wisst schon: Auch das sage ich natürlich nicht laut. Es ist alles nur in meinem Kopf …

Ruhe jetzt!“
Boah, sie spielen allein. Endlich! Fast schon hätte ich mich darüber gefreut, doch ach. Ist das LAUT. „Kinder, könnt ihr bitte etwas leiser sein? Ich habe Kopfweh!“ Autsch. Rufen tut weh. Ich glaube, das haben sie nicht ganz verstanden: Das Geschrei nimmt einfach kein Ende. „Bitte!“, setze ich hinzu. Könnt ihr jetzt endlich die Klappe halten!? Nein, Mama, das brüllst Du nicht; Du nimmst Dich brav zusammen. Was für ein Vorbild möchtest Du denn bitte sein …

„Mama!!! K. hat mich geschubst!“ Und dann passiert es: „RUHE!“ brülle ich. Und bin echt nicht stolz drauf. Immerhin herrscht jetzt seltsamerweise genau das: Ruhe. Echt jetzt? Da versucht man es die ganze Zeit in sanftem, wohlmeinenden Ton, und dann hilft nur noch eines: herumschreien? Ich bin desillusioniert vom Leben … Doch halt! Da ist ja zum Glück diese eine Sache … die Retterin aus meiner Not! Kaffee! (Und Kaffee soll weiblich sein? Ja! Und wehe, ihr widersprecht mir heute!)

„Alles nervt!“ Diese Dinge und Situationen stören Mamas und Papas am Elternsein am meisten

Wer kennt sie nicht, die Tage, an denen man nur noch genervt ist – von sich selbst, von den Kindern – und vor allem vom Elternsein. Ich habe mich in den sozialen Medien einmal umgehört, was Vätern und Müttern in ihrem Alltag zu schaffen macht.

Ich beginne heute mal ganz spontan mit dem folgenden Statement eines Freundes, das eigentlich vielmehr eine willkürliche Aneinanderreihung von Gedanken ist: „Alles muss man hinterher tragen … Mann, ist das ein Muttersöhnchen … Sie hat schon wieder keine Lust mitzuhelfen … Sogar das Denken muss man ihm abnehmen … Ich muss um alles bitten, kritisieren und viel nerven … Aber Mist! Es sind ja meine Gene, und ich war nicht anders als meine Kids!“ Hermann, 69 Jahre alt, aus Oldenburg lacht herzhaft, nachdem das alles raus ist. Und ich lasse es einfach mal unkommentiert so stehen.

Die Erwartungen der anderen
Thomas ist Mitte 40 und fühlt sich als Vater, Ehemann, Sohn und Freund oft „zwischen den Fronten aufgerieben“. „Da sind so viele Erwartungen auf allen Seiten“, erzählt der Hamburger. „Ich persönlich fühle mich immer sehr erschöpft, wenn Termin auf Termin fällt und man dann um Verständnis bittet – das einfach nicht vorhanden ist.“ Welche konkrete Situation kann er da beispielhaft nennen? „Meine beiden großen Kinder sind Teenager und zur Zeit unglaublich unzufrieden und lustlos. Anstatt allein – und ohne mich! – zum Freund oder zum Training zu fahren, ziehen sie sich maulig aufs Zimmer zurück. Das ist deprimierend und macht den Alltag nicht leichter.“

Die Erwartungen an sich selbst
Auch Katrin aus Wardenburg kann vom Alltagsfrust ein Liedchen singen. Die 47-Jährige hat zwei Kinder, eine Teenie-Tochter und einen Drittklässler. „Gerade uns berufstätigen Müttern wird zu viel abverlangt – nicht nur von der Gesellschaft, der Verwandtschaft und dem Freundeskreis. Wir selbst fordern auch zu viel von uns. Mutter sein, alleinerziehend, selbstständig: Als würde das nicht schon reichen, soll ich noch die ‚perfekte‘ Hausfrau, Köchin, Taxifahrerin, Hausaufgabenhilfe, Managerin, Geliebte, Freundin und Streitschlichterin sein? An manchen Tagen gelingt das vielleicht in Ansätzen, aber an anderen geht es nach hinten los.“ Und was macht sie dann? „Ich habe zum Glück gute Freundinnen, mit denen ich reden, lachen und weinen kann. Das ist Gold wert. Insgesamt sollte es uns Mamas aber weniger wichtig sein, was andere über uns denken.“

Der ständige Vergleich
Was das anbelangt, so steckt auch der 41-jährige Thomas mitten in einem Lernprozess. „Ich muss nicht alle Wünsche erfüllen. Aber es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass ich auch meinen eigenen Ansprüchen nicht immer genügen muss. Ich darf mich selbst nicht vergessen und brauche auch mal Zeit für mich.“ Daran müsse sich der Vater dreier Kinder immer wieder selbst erinnern. Und dann ist da noch eine andere Sache – nicht weniger brisant: „Die Konkurrenz zu anderen Eltern strengt mich an. Ich glaube schnell, ein schlechter Vater zu sein, weil ich nicht alles tue, was andere Eltern für ihre Kinder machen. Doch diese Eltern verlieren sich ja auch, wenn sie erschöpft sind und ihre Träume nicht verwirklichen. Wir müssen uns von den Erwartungen anderer freier machen.“

Die Vorurteile und Bewertungen
Anja aus Stralsund ist 44 Jahre alt und fühlt sich ebenfalls oft überfordert und müde. Die Mama eines 15-jährigen Sohnes mit Entwicklungsverzögerung, Epilepsie und frühkindlichem Autismus beklagt sich vor allem über die „Blicke der anderen“. Eine Meinung bilde sich der Mensch schnell, doch leider, ohne sie wirklich zu hinterfragen. „Die Leute denken, ich käme mit meinem Kind nicht klar, haben Vorurteile. Alle reden von Inklusion, doch es passiert viel zu wenig.“ Es müsse mehr und intensiver über Behinderung aufgeklärt werden. „Immer noch werden Gehandicapte seltsam angesehen. Es braucht offene Menschen, eine offene Sichtweise. Es gibt sie ja, die guten Seelen, die alles für ein Miteinander tun. Aber die sind rar gesät.“

Das veraltete Schulsystem
Betrübt zeigt sich auch Doreen aus Hamburg – aber sie vor allem über das hiesige Bildungssystem. „Schule ist zu einem System geworden, das systematisch die naturgegebene Freude der Kinder am Lernen erstickt. Alles ist veraltet: Die Ausbildung der Pädagogen, die Lehr- und Lernmethoden, Hausaufgaben, Noten … Meine vier Kids sind in der elften, neunten, siebten und zweiten Klasse und kommen immer häufiger gelangweilt und unmotiviert nach Hause. Vordenken ist nicht gefragt, nur Mitdenken und ‚Hinterherdenken‘. Und wir Eltern müssen das auffangen: den Frust, die Ängste, die Selbstzweifel. Und dann sollen wir noch mit Positivem aufwarten. Doch woher soll die Zuversicht kommen? Die jungen Leute sehen doch, wie wenig ihre Zukunft aktuell gerettet wird. Und doch sollen wir ihre Hoffnung nähren, sie zu Zukunftsgestaltern befähigen. Das ist eine Mammutaufgabe, doch wir Eltern stehen allein da.“ Was könnte man ihrer Meinung nach tun? „Schule muss überall stattfinden: raus aus den Gebäuden, rein in die Gesellschaft! Das komplette System muss geändert werden. Jugendliche sind so voller Ideen; lasst uns diese annehmen!“

Und auch das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.
Unkommentiert.

„Jungsmamas“ in spe, aufgepasst! Auf diese zehn Dinge könnt ihr euch gefasst machen

Ein Leben mit Söhnen ist anders als ein Leben mit Töchtern? Das mag sein. Andererseits ist jedes Kind ein Individuum und somit schon an sich ‚anders‘; Verallgemeinerungen sind mir fremd, aber Tendenzen gibt es in meinen Augen so einige. Ich habe einmal eine Reihe von „wahren und unwahren Klischees“ aus meinem eigenen Zusammenleben mit dem männlichen Geschlecht zusammengetragen. Viel Spaß beim Lesen – und überseht bitte nicht das Augenzwinkern zwischen den Zeilen. (Dies ist eine Kolumne und keine wissenschaftliche Arbeit.)

1. Stellt euch auf laut und lebhaft ein

„Bitte seid etwas leiser!“ Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz während meines bald neunjährigen Mamaseins bisher gesprochen – oder vielmehr: gebrüllt – habe. Ihn zu sagen oder zu rufen ist in etwa so effektiv wie … Nein, wir wollen es nicht vergleichen. Denn das Gefühl des Nicht-Erhörtwerdens ist unvergleichlich grausam, vor allem für meine Ohren. Jungs, Kinder, müssen ja laut sein – sage ich mir dann –, um sich zum Bespiel „ihren Platz in der Nahrungskette“ zu erarbeiten. Mein Verständnis ist da, gute Nerven leider manchmal nicht. Und was mache ich, wenn es mir zu bunt wird? Dann wechsele ich den Raum – oder besser gleich die Etage.

2. Jungs lachen über Gase

Ein Klischee? Leider nicht. Es ist die reine Wahrheit – zumindest bei uns zu Hause. Wenn der Achtdreivierteljährige laut rülpst, kriegt sich der Fünfdreivierteljährige vor Lachen nicht mehr ein. Es ist ein Gekicher und Gegacker sondergleichen. Das Gleiche gilt für Mundgeräusche, Körpergeräusche, Fürze jeder Art. (Das erinnert mich spontan an meine Kindheit und diesen einen Freund. Kennt ihr das Spiel „Furz anzünden“? Nicht? Besser so.)

3. Jungs vergleichen ihre Schniedel

Ist so. Und wird vermutlich immer so sein und so bleiben. Was sagte vor einer Weile gleich noch der Größere zum Kleineren? „Dein Pullermatz ist echt hübsch.“ – „Ja, danke. Deiner aber auch!“ Mehr gibt es dazu eigentlich gerade nicht zu sagen.

4. Jungs sind „körperlicher“

Ja, körperlich sind Mädchen auch, ich weiß. Ich bin ja selbst eins. Und was war ich für ein Wirbelwind, der mit Ästen durch den Wald rannte und auf Bäume kletterte. Ich meine jetzt aber diese ganz spezielle „Körperlichkeit“, die Jungs da an den Tag legen. Sie raufen, rangeln miteinander und reißen sich zu Boden. Sie „kämpfen“ (und dabei ist es egal, ob sie jemals mit Kampf-Thematiken in Berührung kamen oder nicht), um dann kuschelnd und ineinander versunken auszuruhen. Wie war das noch gleich mit der Rangfolge? Jungs „klären“ manchmal auch ihre Streitereien „anders“ als Mädchen. Aber das ist wieder ein Thema für sich. Fakt ist: Jungs wollen (sich und ihre Grenzen) spüren.

5. Jungs sind sensibel

Meine zwei Buben sind meist wild und frech – und frei (und das eben finde ich wunderbar und wünsche es mir für alle Menschen dieser Welt). Ja, aber sie haben auch diese andere Seiten: die sensible. Und eine ganz loyale und aufrichtige: Sie unterstützen sich gegenseitig, verteidigen und schützen den anderen – sogar vor uns Eltern. Und sie machen sich viele tiefgründige Gedanken. Deshalb brauchen sie von uns Eltern Aussagen wie: Du darfst sein wie Du bist; Du bist auch – und gerade dann – ein ganzer Kerl, wenn Du über Deine Emotionen sprichst. Ich liebe Dich genau so wie Du bist. Et cetera perge perge.

6. Einfach immer schmutzige Kleidung

Tatsache: Es ist des Waschens kein Ende. Meine Freundin nennt es „den Kampf mit der Waschmaschine“. Und sie hat recht: Das Shirt oder/und die Hose stellen spätestens am Abend eine Art „Aktivitäten-Landkarte“ an den lebenden Objekten – meinen beiden Söhnen nämlich – dar. Was gab es heute zu essen? Wie und wo haben die Kinder gespielt? Alles abzulesen an besagter Karte. Die Hose kann er doch morgen noch mal anziehen? Kannste vergessen.

7. Autos, Dinos und Fußball

Kann sein. Muss es aber nicht. Also vor allem bei Rennautos, Rollern und Raubsauriern sage ich: Ja, hier auch. Doch der Fußball hat bei uns leider keine Chance. Da das bei vielen anderen Bengelchen aber anscheinend genetisch bedingt ist: Stellt euch als Eltern zumindest auf irgendeine Ballsportart ein (es gibt ja auch noch Badminton). 😉 Bei unseren Acht- und Fünfjährigen Lausbuben stehen zur Zeit Themen wie das Universum, Beyblade und Schach (oh – und wie!) hoch im Kurs.

8. Jungs sind „nicht so schulkompatibel“

Mein bald Neunjähriger hat eine – wohl von mir ererbte – „Sauklaue“. Belohnt wird in der Schule ja aber die „schöne und saubere Schrift“, das motorisch feine Malen. Leider kommt die Grobmotorik (das Stichwort ist hier: Kraft) da etwas zu kurz. Jungs sehnen sich nach Abenteuern. Und die bietet Schule selten. Ich bin froh, dass unser Junge wenigstens das Fach „Werken“ hat. Hier darf er hämmern, basteln, feilen, mit seinen Händen anpacken. Jungs sind meiner Erfahrung weniger bereit, zu büffeln, um tolle Note zu erhalten. Doch genau das wird dann als „schulisch faul“ bewertet. Hinzu kommt: Die Lebendigkeit, die viele Jungs ausstrahlen, empfinden viele Lehrer als störend. Mädchen werden mit ihrer ruhigeren art da als „angenehmer“ empfunden.

9. Jungs wollen kuscheln!

Bitte was? Sind es nicht immer die Kerlchen, die schreiend vor Mamas und Papas Zärtlichkeiten davon laufen? Eben nicht! Von Anfang konnte ich ihnen an Zärtlichkeiten eigentlich nie genug geben. „Mama, streichelst Du meinen Rücken?“ oder „Mama, kraulst Du meinen Kopf?: Immer wieder suchen sie meine Nähe, nehmen in unsicheren Augenblicken meine Hand oder möchten eine Umarmung. Zärtliche Berührungen setzen Oxytocin frei, ein Hormon, das die Bindung fördert. Das gilt natürlich für Jungen wie für Mädchen. Aber ich hörte schon so oft Aussprüche wie: „Schade, dass Jungs nicht so gern kuscheln.“ Und das stimmt einfach nicht. Deshalb möchte ich mit diesem Vorurteil aufräumen.

10. Bleibt locker – und entspannt

Jungs brauchen entspannte Eltern. Bei allem, was sie tun. Sie tun es nicht gegen Dich. Sie tun es einzig für sich. Wann, zum Geier, hat der Mensch eigenen begonnen, alles persönlich zu nehmen? Und wann haben wir begonnen, so ein Gewese ums Geschlecht zu machen? Entspannt euch! Bleibt locker! Kinder sind Kinder. Sie sind noch klein, sie wollen alle nur drei Dinge: Liebe, Liebe. Ach ja – und Liebe.

Geteilter Platz ist halber Platz? Vom „geteilten“ Kinderzimmer

Manchmal können Eltern ihren Kindern vor allem aus Platzgründen kein eigenes Zimmer ermöglichen. Und manchmal entscheiden sich Mama und Papa auch ganz bewusst für einen geteilten Raum, damit die Kleinen nicht allein sind und außerdem ein erstes Verständnis für das Soziale entwickeln, ein Miteinander erlernen.
Ich habe selbst erlebt, wie es ist, sich mit seinen Geschwistern ein Zimmer zu teilen, und auch meine beiden Jungs bekommen erst demnächst jeder ein eigenes Kinderzimmer. Ich meine: Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

Das erste Zimmer: endlich allein
Ich erinnere mich noch ziemlich gut daran: Im Alter von vierzehn Jahren bekam ich mein erstes eigenes Zimmer im Erdgeschoss – eine kleine, ziemlich dunkle Bude mit hellbraunem Kokosfaserteppich, der meine Fußsohlen ordentlich massierte. Es kitzelte sagenhaft.
Mein „Reich“ war nicht besonders groß, vielleicht höchstens fünfzehn Quadratmeter, bot aber immerhin ausreichend Platz für mein schwarzpoliertes Klavier, einen Schreibtisch mit Drehstuhl, ein Bücherregal, ein zum Bett ausziehbares Sofa und eine Kommode für meine Klamotten. Ein eigenes Waschbecken war ebenfalls vorhanden, denn meine Eltern hatten ein ehemaliges Gästezimmer eigens zu meinem „Jugendzimmer“ umfunktioniert. Es fühlte sich gut an, darin zu verweilen.

Schnacken und schlafen im „Schwesternzimmer“
Die besten Erinnerungen jedoch habe ich an meine Zeit im geteilten Kinderzimmer: Als ich klein war, schliefen und spielten meine vier Jahre ältere Schwester und ich zusammen und oft auch zur gleichen Zeit in einem Raum – später dann teilte ich ihn mit der acht Jahre jüngeren Schwester. Es funktionierte – meistens – gut. Richtig toll fand ich unser Hochbett aus Holz (an dem zahlreiche Sticker klebten, ein Sammelsurium von Helden unserer Zeit). Was konnten wir hier abends noch schnacken oder zusammen lesen. Auch unser Tisch und die Zimmerecken waren ideale Stellen für Verstecke und selbstgebaute Höhlen.
Natürlich gab es auch bei uns Mädchen damals Momente, in denen sich jede von uns ihr eigenes Zimmer wünschte und das Teilen regelrecht verfluchte. („Raus!“ – „Nein, das ist auch mein Zimmer!“)


Meine Jungs teilen sich (noch) ein Kinderzimmer
Unsere beiden Söhne (fast fünf und fast acht Jahre alt) wohnen heute ebenfalls zusammen in einem Raum. Zum Glück ist der groß, hat einen riesigen Balkon, auf den gleich zwei Türen führen (jeder hat also seine eigene Tür, ihr wisst schon: wichtig!). Das Zusammentreffen der Dachschrägen markiert genau die Zimmermitte, die Raumtür befindet sich ebenfalls mittig. Außerdem steht – mitten im Raum – unser toller, fast drei Meter lange Nachbau eines us-amerikanischen Peterbuilt-Trucks aus Holz. Eine Augenweide für jeden, der das Zimmer betritt. Es ist eine Art Spielzeugschrank, in dem sich eine Menge Kram verstauen lässt – und der als Raumtrenner funktioniert.

Jeder nennt seine Hälfte dennoch „mein Zimmer“. Und besteht auch darauf. Es ist eigentlich alles in Ordnung so. Eigentlich? Siehe oben, die Geschichte wiederholt sich eben … Natürlich hören wir Eltern dann und wann: „Du darfst nicht in mein Zimmer!“. Und: „Dann darfst Du aber auch nicht in mein Zimmer!“ Ganz schön anstrengend kann das sein.
Aber wir haben Glück: Die Jungs haben einen Altersunterschied von knapp drei Jahren, verstehen sich richtig gut. Sie sind nicht einfach nur Brüder, sondern „echte Kumpels“. Wäre das nicht so, würden wir wahrscheinlich anders denken in Sachen geteiltes Kinderzimmer. Es kommt eben immer auch auf die Kids an.

Unser älteres Kind lässt allerdings ab und an durchblicken, dass er gern einmal allein wäre und die Tür hinter sich zumachen würde. Bisher klappt reicht ihm seine „Auszeit vom Bruder“ mit Kopfhörern: Er sitzt dann an seinem Kinderzimmertisch und schaltet offensichtlich komplett ab, malt, bastelt und ist versunken in die Welt der Detektive … Irgendwann ist die Zeit für ein eigenes Zimmer auch für ihn gekommen. Wir werden es bestimmt erleben – und sind darauf vorbereitet.

Hinweis: Dieser Text erschien im Juli 2021 erstmal im Online-Ratgeber „Hallo:Eltern“.

Auszeit! Wie sich Mamas Freiraum schaffen

Eltern und vor allem Mütter wissen: In all dem Alltagstrubel ist es verdammt schwer, sich eigene Freiräume zu schaffen, gleichbedeutend hier mit: Zeit ausschließlich mit sich selbst zu verbringen. Und dabei ist genau das aber doch so wichtig für unser Wohlbefinden und ja: Durchhaltevermögen als Mutter. Ich habe einmal in den sozialen Medien ein paar Mamas mit bis zu neun (!) Kindern gefragt, wie sie sich ein paar Momente, Stunden oder sogar mal ein Wochenende für sich freischaufeln – und vielleicht ist ja die eine oder andere Idee für Dich dabei.

„Viele Frauen lassen sich von der Gesellschaft in eine Rolle pressen und sind nicht (mehr) bei sich.“ Maren aus Oldenburg ist alleinerziehende Mama eines achtjährigen Sohnes – und weiß genau, wovon sie da spricht: „Viele Mütter finden im Alltag kaum eine Möglichkeit, in sich selbst hineinzufühlen, sich zu fragen: Was brauche ich, was benötige ich, um mich wie eine Frau zu fühlen?“ Trotz Job und Kind gönnt sich die 42-Jährige „den Luxus“, sich mit sich selbst „auseinanderzusetzen.“
In den verschiedenen sozialen Medien erhalte ich neben Marens noch einige weitere tolle Antworten auf meine Frage nach der persönlichen „Auszeit“. Viele sind es nicht (an dieser Stelle bitte den Stirnrunzel-Smiley einfügen) …

Sonja, 43 Jahre jung aus Osnabrück, hält es zur Zeit so: „Ich bin Langschläferin und stehe eine Stunde früher auf, um in Ruhe und alleine Kaffee zu trinken und zu frühstücken, bevor der Tag mich überrollt.“ Am Abend macht sie 15 Minuten lang Yoga, „zum Runterfahren und Ruhe finden – bevor ich mein dreijähriges Kind – und oft auch gleich mich selbst ins Bett bringe.“
Ach ja, die Müdigkeit. Auch so ein Stichwort, das der einen oder anderen Mami sicherlich bekannt vorkommen dürfte … Und einmal unter uns: Ich bin gefühlt dauermüde.

Weiter im Text: Die frühen Morgenstunden nutzt auch Anne, ebenfalls eine Frau Anfang 40, die mit Mann, Tochter und Tieren in einem kleinen Dorf bei Schwerin lebt. Die „Grünen“-Politikerin weiß aber auch: „Es ist nicht immer einfach, sich als Mama diese Freiräume zu schaffen; es erfordert tatsächlich ein gehöriges Maß an Disziplin.“
Disziplin … Jetzt muss ich an meine Zeteler Freundin Alexandra denken. Sie und ihr Mann haben sage und schreibe neun gemeinsame Kinder. Richtig gelesen: 9. Wie – um Himmels Willen – gelingt es ihr, einmal völlig allein zu sein? „Im Moment fahre ich einmal am Tag mit dem Rad – ganz allein. Naja, nicht ganz: Der Hund läuft nebenher.“ Gassi fahren quasi. Auch eine gute Idee. Auf diese Weise verbindet sie nämlich „Me-Time“ mit Bewegung.

Auch Nadine aus Oldenburg ist Sport wichtig. Die 40-jährige Mama dreier Mädels im Kindergarten- und Schulalter joggt morgens „oder auch mal abends, wenn die Kids im Bett sind – pure Qualitätszeit. Ruhe in der Bewegung sozusagen.“

Ina – ebenfalls aus der Huntestadt – ist 38 und hat einen ganz speziellen Weg, die Welt um sich herum regelrecht abzuschalten: „Meine Zweitklässlerin weiß: Setze ich meine Kopfhörer auf, brauche ich eine Pause.“ Freude und Entspannung bereitet ihr auch das „Diamond-Painting“: Aus kleinen, funkelnden Schmucksteinen fertigt Ina tolle Bilder und auch Sticker zum Verschenken – oder eben nur für sich selbst.
Alle bisher zu Wort gekommenen Mamas haben den Vorteil der eigenen vier Wände, einem Haus zum Leben für die gesamte Familie. Laura aus Berlin aber lebt mit ihrem Ehemann und den beiden Söhnchen in einer Berliner Altbauwohnung auf nicht einmal 70 Quadratmetern. Viel Raum für etwas „Alleinsamkeit“ ist da nicht vorhanden. Und dennoch gelingt es der Hauptstädterin, sich ihre eigene kleine Wellnessoase zu schaffen: „Ich dusche abends ganz in Ruhe, lange und ausgiebig, ich pflege mich, ohne gestört zu werden.“

Zu Wort meldet sich in einem sehr bekannten Netzwerk auch Isabel aus Westerstede, Mamas vierer Kinder. Sie macht zur Zeit sogar noch eine Umschulung zur Pflegefachkraft – der Vater der Kinder lebt nicht mehr bei den Fünfen. „Er kümmert sich aber toll, zum Glück läuft es gut zwischen uns – trotz allem. Ohne den Papa wäre das alles nicht denkbar.“ Ihre „Me-Time“ nutzt Isabel sehr unterschiedlich: „Mal gehe ich ohne die Kids mit Freunden spazieren oder treffe jemanden auf einen Kaffee. Ich mache spontan das, wonach mir eben dann der Sinn steht.“ Ich bewundere sie zunächst heimlich. Und jetzt ganz öffentlich.

Hamburgerin Doreen ist 47 Jahre alt und ebenfalls Mutter vierer Kinder. Auch sie stößt oft an ihre persönlichen Grenzen: „Mit Familie, Job und Haushalt bin ich mehr als voll beschäftigt. Blicke ich auf die vergangenen 16 Jahre Mutterschaft zurück, in denen ich mehr als acht Jahre stillte, dann war da wirklich wenig Zeit für mich allein.“ Ich fühle den Stolz zwischen den Zeilen, die sie mir dann noch schreibt: „Inzwischen ist das anders: Seit Sommer 2018 erfülle ich mir einen Kindheitstraum – und mache Karate.“ Cool oder?
Wir Mamas brauchen definitiv Zeit für uns. Qualität und Quantität variieren von Mutti zu Mutter – das ist schon mal klar. Aber: Zeit müssen wir uns nehmen – und gegebenenfalls darauf bestehen.

Kurz und richtig gut: Hammer-Mamas wir sind. Syntax? So gewollt: Meister Yoda würde es genau so ausdrücken. Und recht hätte er.