Auszeit! Wie sich Mamas Freiraum schaffen

Eltern und vor allem Mütter wissen: In all dem Alltagstrubel ist es verdammt schwer, sich eigene Freiräume zu schaffen, gleichbedeutend hier mit: Zeit ausschließlich mit sich selbst zu verbringen. Und dabei ist genau das aber doch so wichtig für unser Wohlbefinden und ja: Durchhaltevermögen als Mutter. Ich habe einmal in den sozialen Medien ein paar Mamas mit bis zu neun (!) Kindern gefragt, wie sie sich ein paar Momente, Stunden oder sogar mal ein Wochenende für sich freischaufeln – und vielleicht ist ja die eine oder andere Idee für Dich dabei.

„Viele Frauen lassen sich von der Gesellschaft in eine Rolle pressen und sind nicht (mehr) bei sich.“ Maren aus Oldenburg ist alleinerziehende Mama eines achtjährigen Sohnes – und weiß genau, wovon sie da spricht: „Viele Mütter finden im Alltag kaum eine Möglichkeit, in sich selbst hineinzufühlen, sich zu fragen: Was brauche ich, was benötige ich, um mich wie eine Frau zu fühlen?“ Trotz Job und Kind gönnt sich die 42-Jährige „den Luxus“, sich mit sich selbst „auseinanderzusetzen.“
In den verschiedenen sozialen Medien erhalte ich neben Marens noch einige weitere tolle Antworten auf meine Frage nach der persönlichen „Auszeit“. Viele sind es nicht (an dieser Stelle bitte den Stirnrunzel-Smiley einfügen) …

Sonja, 43 Jahre jung aus Osnabrück, hält es zur Zeit so: „Ich bin Langschläferin und stehe eine Stunde früher auf, um in Ruhe und alleine Kaffee zu trinken und zu frühstücken, bevor der Tag mich überrollt.“ Am Abend macht sie 15 Minuten lang Yoga, „zum Runterfahren und Ruhe finden – bevor ich mein dreijähriges Kind – und oft auch gleich mich selbst ins Bett bringe.“
Ach ja, die Müdigkeit. Auch so ein Stichwort, das der einen oder anderen Mami sicherlich bekannt vorkommen dürfte … Und einmal unter uns: Ich bin gefühlt dauermüde.

Weiter im Text: Die frühen Morgenstunden nutzt auch Anne, ebenfalls eine Frau Anfang 40, die mit Mann, Tochter und Tieren in einem kleinen Dorf bei Schwerin lebt. Die „Grünen“-Politikerin weiß aber auch: „Es ist nicht immer einfach, sich als Mama diese Freiräume zu schaffen; es erfordert tatsächlich ein gehöriges Maß an Disziplin.“
Disziplin … Jetzt muss ich an meine Zeteler Freundin Alexandra denken. Sie und ihr Mann haben sage und schreibe neun gemeinsame Kinder. Richtig gelesen: 9. Wie – um Himmels Willen – gelingt es ihr, einmal völlig allein zu sein? „Im Moment fahre ich einmal am Tag mit dem Rad – ganz allein. Naja, nicht ganz: Der Hund läuft nebenher.“ Gassi fahren quasi. Auch eine gute Idee. Auf diese Weise verbindet sie nämlich „Me-Time“ mit Bewegung.

Auch Nadine aus Oldenburg ist Sport wichtig. Die 40-jährige Mama dreier Mädels im Kindergarten- und Schulalter joggt morgens „oder auch mal abends, wenn die Kids im Bett sind – pure Qualitätszeit. Ruhe in der Bewegung sozusagen.“

Ina – ebenfalls aus der Huntestadt – ist 38 und hat einen ganz speziellen Weg, die Welt um sich herum regelrecht abzuschalten: „Meine Zweitklässlerin weiß: Setze ich meine Kopfhörer auf, brauche ich eine Pause.“ Freude und Entspannung bereitet ihr auch das „Diamond-Painting“: Aus kleinen, funkelnden Schmucksteinen fertigt Ina tolle Bilder und auch Sticker zum Verschenken – oder eben nur für sich selbst.
Alle bisher zu Wort gekommenen Mamas haben den Vorteil der eigenen vier Wände, einem Haus zum Leben für die gesamte Familie. Laura aus Berlin aber lebt mit ihrem Ehemann und den beiden Söhnchen in einer Berliner Altbauwohnung auf nicht einmal 70 Quadratmetern. Viel Raum für etwas „Alleinsamkeit“ ist da nicht vorhanden. Und dennoch gelingt es der Hauptstädterin, sich ihre eigene kleine Wellnessoase zu schaffen: „Ich dusche abends ganz in Ruhe, lange und ausgiebig, ich pflege mich, ohne gestört zu werden.“

Zu Wort meldet sich in einem sehr bekannten Netzwerk auch Isabel aus Westerstede, Mamas vierer Kinder. Sie macht zur Zeit sogar noch eine Umschulung zur Pflegefachkraft – der Vater der Kinder lebt nicht mehr bei den Fünfen. „Er kümmert sich aber toll, zum Glück läuft es gut zwischen uns – trotz allem. Ohne den Papa wäre das alles nicht denkbar.“ Ihre „Me-Time“ nutzt Isabel sehr unterschiedlich: „Mal gehe ich ohne die Kids mit Freunden spazieren oder treffe jemanden auf einen Kaffee. Ich mache spontan das, wonach mir eben dann der Sinn steht.“ Ich bewundere sie zunächst heimlich. Und jetzt ganz öffentlich.

Hamburgerin Doreen ist 47 Jahre alt und ebenfalls Mutter vierer Kinder. Auch sie stößt oft an ihre persönlichen Grenzen: „Mit Familie, Job und Haushalt bin ich mehr als voll beschäftigt. Blicke ich auf die vergangenen 16 Jahre Mutterschaft zurück, in denen ich mehr als acht Jahre stillte, dann war da wirklich wenig Zeit für mich allein.“ Ich fühle den Stolz zwischen den Zeilen, die sie mir dann noch schreibt: „Inzwischen ist das anders: Seit Sommer 2018 erfülle ich mir einen Kindheitstraum – und mache Karate.“ Cool oder?
Wir Mamas brauchen definitiv Zeit für uns. Qualität und Quantität variieren von Mutti zu Mutter – das ist schon mal klar. Aber: Zeit müssen wir uns nehmen – und gegebenenfalls darauf bestehen.

Kurz und richtig gut: Hammer-Mamas wir sind. Syntax? So gewollt: Meister Yoda würde es genau so ausdrücken. Und recht hätte er.

Eine Welt in zehn Minuten

iMist. Ich bin vier Minuten zu spät. Vor dem Abholen meiner beiden Bengelchen wollte ich im Raiffeisen-Markt eben noch ein paar Rollen „Gelbe Säcke“ besorgen. Vier Minuten … Ich bin ohnehin nicht besonders gut drauf, es treibt mir beinahe die Tränen in die Augen. Will denn heute gar nichts gelingen?

Es ist ein sehr warmer Junitag, 27 Grad, und morgen soll es sogar noch heißer werden. Ich bevorzuge 25 Grad. Da fühle ich mich wohl … Ich schiebe eine klebrige Haarsträhne von meiner Stirn und will wieder aufs Fahrrad steigen.

Eine alte, in einen feinen, hellen Anzug gekleidete Dame nähert sich mir. Ich schätze sie auf Ende siebzig oder vielleicht achtzig. „Ist da jetzt ernsthaft zu?“, höre ich sie sagen. „Ich habe dort drinnen eben meine Autoschlüssel auf dem Empfangstresen liegen gelassen. Das darf doch nicht wahr sein …“ Sie zeigt auf einen kleinen roten Peugeot auf der anderen Straßenseite.

Kurzentschlossen zücke ich mein Handy, googele die Telefonnummer und rufe im Markt vor uns an, vielleicht ist ja gerade noch jemand im Büro? Sehr wahrscheinlich ist es ja. Das Licht brennt jedenfalls noch … Aber: Leider habe ich keinen Erfolg und sage bedauernd zu der Dame: „Es tut mir leid, niemand da, wahrscheinlich alle schon in der Mittagspause.“

Sie trägt eine Maske, aber ich erkenne ein trauriges Glitzern in ihren Augen. „Ich bin so durch den Wind. Letzte Woche ist mein Sohn verstorben; ich bin 82, es ist furchtbar, wenn das Kind eher geht.“
Ich fühle ihr Leid, streiche ihr über den Arm und sage, wie gern ich sie jetzt umarmen würde, aber, naja, Corona …

Sie nickt. „Das ist so lieb. Und so selten.“ Ich wundere mich über diese Worte. Ist das nicht eine absolute Selbstverständlichkeit? „Die Leute wollen keine Trauer bei anderen sehen, sie können das Grauen nicht ertragen.“ Die Frau zuckt die Achseln. Darüber muss ich noch einmal in Ruhe nachdenken …

Sie bedankt sich für meine Bemühungen und erzählt: Der Sohn, etwa sechzig Jahre alt, sei geistig behindert gewesen, sie wäre bei seinem Sterben dabei gewesen, genau wie seinerzeit bei ihrem Mann, der mit 42 einem Hirntumor erlag. „Kurz vor dem Tod dachte er, er müsse sich noch einmal ausleben“, sie schaut bedrückt auf ihre beigen Lederschuhe. „Er hatte noch mal eine andere Frau, lebte etwas Jugend. Ich war zu Hause mit Tochter und Sohn und ertrug es irgendwie … Dann kehrte er zum Sterben zu mir zurück.“ Wir weinen. Zusammen.

Und dann platzt es aus mir heraus. Ich rede von einem derzeitigen, ganz anderen Dilemma, aus dem ich einfach nicht herauskomme. „Oh Gott, Kindchen. Das ist wirklich schwierig. Sie sind noch jung … Das Leben ist zu kurz … Hören Sie auf Ihren Bauch. Aber vergessen Sie bei allem den Verstand nicht. Lassen Sie sich Zeit und Raum, überstürzen Sie nichts. Wägen Sie sorgfältig ab.“ Natürlich hilft mir das jetzt nicht. Aber ich denke über die Weisheit des Alters nach, die mir schon so oft in meinem Leben begegnete …

Doch dann fügt sie mit einem schelmischen Augenzwinkern hinzu: „Und manchmal, Liebes, entscheidet auch das Schicksal!“ Auf einmal wirkt sie regelrecht heiter. „Ist so. Wirklich. Haben Sie Vertrauen.“
Ich muss leider los, P. und dann K. holen.
Eine ganze Welt in nur zehn Minuten …
Wir wünschen uns alles Gute. „Bitte fahren Sie gleich vorsichtig.“
Und jede geht wieder ihres Weges.

„Du nicht!“ Von Geschwisterstreitereien

An alle da draußen mit mindestens zwei Kindern: Kennt ihr das auch? Es gibt Tage, an denen gehen eure Geschwisterzwerge durch Dick und Dünn, spielen harmonisch und tief versunken in ihr Abenteuer miteinander – ein Bild für die Elterngötter.

Und dann – oh weh! Dann wiederum gibt es diese Zeiten, in denen sie streiten. Das reimt sich jetzt nicht nur, es ist generell unheimlich anstrengend und kräftezehrend, das als Erwachsene(r) möglichst gelassen durchzustehen.

Heute muss es unbedingt Grün sein

„Jetzt bin ich aber dran mit dem grünen Glas!“ P. runzelt die Stirn und schaut mich richtig verärgert an. „Gestern hatte es K., jetzt krieg ich das mal!“ Dies ist nur eine von gefühlt hunderttausenden Kabbelei-Szenen am Tag – vom Morgen bis zum Abend.

Wer bekommt welches Trinkgefäß? In welchem ist mehr Inhalt? Haben beide auch haargenau die gleiche Anzahl an Apfelschnitzen? (Und wehe, einer hat einen größeren …)

Oder die gleiche Anzahl an Gummibärchen in den gleichen Farben? („Mamaaa, P. hat einen roten mehr, ich will auch noch einen davon!“) Manchmal ist das wahrlich zum Haareraufen. (Vor allem dann, wenn noch Beschwerden hinzukommen wie: „Iiih, nee, der ist auf den Boden gefallen! Den mag ich nicht mehr!“)

Da ist ein gehöriges Maß an Gelassenheit gefragt – die ich aber nicht immer vorweisen kann.

„Ordnung und Dissssziplin“

Weiter geht es mit Fragen wie: Wer ist zuerst mit dem morgendlichen oder abendlichen Umziehen dran? Wer bekommt als Erster die Zähne geputzt? Bei uns muss alles „seine Ordnung“ haben.

P. zitiert da gern die Kinderbuchfigur Käpt’n Sharky: „Bei uns herrschen Ordnung und Dissssziplin!“ Und immer, wenn er das sagt, muss ich lachen; es klingt einfach zu süß.

Süß ist aber nicht, wenn einmal irgendetwas durcheinanderkommt. „Du nicht! Ich bin jetzt dran!“ Einer läuft mindestens zweimal am Tag (zugegeben, das ist stark untertrieben) schreiend oder heulend durch die Gegend, wenn er sich mal wieder ungerecht behandelt oder gar ungeliebt fühlt. What a drama.

Liebe, Anerkennung und Streicheleinheiten

Ich versuche, mich an meine eigene Kindheit zu erinnern: Ich war acht Jahre alt, als meine jüngere Schwester geboren wurde. Eigentlich ist dies ein Alter, in dem ein Kind schon viel Verständnis für so ein Baby aufbringen kann. Aber ach! Was war das schrecklich. Dieses haarlose Wesen an der Mutterbrust und überhaupt immer an ihr dran. Ich wollte auch mal auf den Arm!

Stattdessen: Meine Mama, die nur noch herumlief, um Geschrei abzumildern oder stinkende Windeln zu wechseln.

Und ich? War irgendwie in den Hintergrund gerückt. Aber: Ich habe noch eine ältere Schwester, und auch für die musste ich oft zurückstecken. So empfand ich es damals jedenfalls. (Dass meine Mutter ihr Allerallerbestes für uns alle gab, weiß ich heute natürlich anders und besser zu schätzen. Danke, Mama.).

Und haben wir als Kinder mit Geschwistern nicht immer dieses Gefühl? Vom Unwichtiger-als-der-oder-die-andere-sein? Und mal ehrlich: Haben wir es als Erwachsene im Alltag denn wirklich so gar nicht mehr? Brauchen wir Großen nicht immer wieder auch ein Maß an Bestätigung, an Anerkennung, an Liebe und Streicheleinheiten? Umso wichtiger ist Verständnis. Sich-Einfühlen.

„Der Klügere gibt nach?“ Lieber nicht.

Was ich mir in meinem persönlichen „Doppelmamasein“ schnell abgewöhnte: Schiedsrichterin sein zu wollen – und Sätze zu sagen wie „Der Klügere gibt nach“. Da sind heftigere Streitereien und Rivalitäten doch doppelt vorprogrammiert, oder? Man überlege sich einmal, wie parteiisch so etwas anmutet: „Du bist doch älter als er, gib doch einfach mal nach!“

Stattdessen versuche ich, die Jungs noch in meiner eigenen Ungeduld und Genervtheit möglichst empathisch zu fragen:

„Was können wir denn tun, damit es allen wieder besser geht und wir alle bitte wieder zufrieden sind?“

Lösungen müssen her, nicht noch mehr Stress. Meiner Erfahrung nach führt es sogar zu einem größeren Zusammenhalt unter unseren beiden Strolchen. Aber: Wir sind alle Menschen, und ganz klar: Das Ruhigbleiben gelingt eben nicht immer.

„Nein! Erst kommt er dran, dann ich!“

Es ist Abend. Die Kids werden für die Nacht vorbereitet. Ich möchte eben noch duschen, der Papa ist dran mit Umkleiden und co. „Nein, Papi, K. ist doch abends zuerst!“

Fragt der Vater dann mal nach einer „Ausnahme“ und möchte statt des Älteren den Jüngeren zuerst umgezogen wissen, weil dieser noch so in ein Spiel versunken ist, gibt es auch da ein kleines Drama.

„Das machen wir immer so. Ich wäre sauer an K.s Stelle.“

Aha. Da haben wir es wieder: Ordnung und Disziplin eben. Und … Einfühlen! Alles also ein wichtiger Lernprozess – eben auch das Streiten.

„Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“ aus Duplo

Coronazeit ist Kreativzeit (ja, wir wissen: unter anderem … ): Um der vielen Zeit zu Hause sinnvoll Herr (oder in diesem Fall eben Frau) zu werden, lasse ich mir gemeinsam mit den beiden Jungen eine Menge einfallen – sehr oft ergibt sich das aber ganz von selbst. So sagte neulich beim „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“-Spielen mein Siebenjähriger: „Mama, wir können doch auch mal so ein Spiel aus Duplo bauen und dann mit den Tieren oder Püppchen spielen!“ Was für ein schöner Einfall. Gesagt – und kurzerhand getan. Hier eine Nachbauanleitung in Wort und Bild.

Schritt 1: Platte und Steine zurechtlegen

Man nehme eine große, quadratische Legoplatte und jede Menge Duplo-Bausteine in allen möglichen Formen, vor allem aber die quadratischen mit den vier Noppen. Die Kinder entscheiden sich – ganz klassisch – für Rot, Grün, Blau und Gelb. Das „Drumherum“ bilden jede Menge andere verfügbare Farben. Die Jungs haben freie Hand, wir werden sehen, was da dann entstehen wird. Zuerst einmal schnappen sie sich unser Spiel von eben und schauen sich seinen Aufbau an. Aus wie vielen Steinen bestehen der Weg sowie die Start- und Zielpunkte? (Für die ganz kleinen Spieler wählt man am besten nur einen Punkt sowohl für den Aus- als auch für den Eingang. Dann kann das Kleinkind beispielsweise mit großen, schön griffigen Tierfiguren wie der Giraffe oder dem Eisbären spielen.)

Schritt 2: Los geht es mit dem Bauen

Meine beiden – bald acht und bald fünf – überlegen, ob sie die Steine zusammen oder mit einer Lücke dazwischen stecken. Nach ihrem Plan sollen die Steine eng beieinander stehen. Aber auch hier gilt natürlich: jeder, wie er möchte. In die Mitte der Platte kommt „etwas Schönes“, sagt K. Erst ist es ein einfacher, orangefarbener Baukegel, dann eine Spielfigur auf einem „Thron“. Dies wird sich im Verlauf der Bauaktion noch mehrfach ändern. Dann machen sich die Bengelchen an den Weg, sie wählen kunterbunte Steine aus. Die Zielpositionen gestalten die Jungs wieder in einheitlichen Farben, „zur besseren Übersicht, Mama.“ Klar. Habe ich verstanden …
Die Figuren sollen bei einer Sechs auf den Ausgangspunkt „rutschen“. Das tun sie über Steine einer Murmelbahn.

Schritt 3: Verfeinern und Schmücken

Jetzt sind sie mit ihrer „Landschaft“ fertig – soweit jedenfalls. „Mama, wir müssen noch dekorieren!“ K. schnappt sich ein paar Duplo-Blümchen. Kurz – und schön mit anzuschauen: Die beiden hängen sich voll rein, stecken noch einmal ein paar Steine um, verlieren sich noch eine Weile mit „Nachbesserungen“. (Ich gebe zu: Ich staune und staune immer wieder über die Kreativität der Zwerge und darüber, wie sie mit wirklich simplen Materialien Tolles schaffen.)

Schritt 4: Auf die Plätze – fertig – Spiel?

Jetzt ist das Spiel zu ihrer Zufriedenheit aufgebaut, der Würfel liegt bereit. Und jetzt können wir ja dann auch mit dem „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“ loslegen – nicht.
Dass die Kinder vor dem eigentlich Spielen jetzt zunächst einmal frei mit Figuren und Fahrzeugen „testen“ müssen, ob auch alles fest sitzt und funktioniert, leuchtet natürlich ein. „Gleich, Mama. Die Figuren wollen erst noch rutschen.“ Na dann …
Frohes Nachbauen und Spielen.

Dieser Text ist am 10. Mai ebenfalls bei „Hallo:Eltern“ erschienen.

Ein kurzes Date

„Sehe ich denn wirklich überhaupt gar nicht so aus wie auf dem Foto hier?“ Die Frau ist sichtlich verzweifelt. Sie zittert, gleich wird sie das Weinen beginnen. Ich sehe es deutlich …

Es ist ein ziemlich stürmischer Frühlingssonntagnachmittag, wir vier sind zum Familienspazierengang und Windumdieohrenblasenlassen an die Nordsee gefahren.
Als wir einparken und ich gerade die Jungs aus dem Wagen lasse, um sie anzuziehen, hält in der Lücke neben uns eine Frau in etwa meinem Alter. Sie sieht fröhlich aus, nickt mir freundlich und lächelnd zu, ihre Bewegungen sind äußerst beschwingt. Dann ist sie auch schon verschwunden. Ich denke: Die ist gut drauf, schön. Und muss selbst grinsen.

Als unsere Bengelchen ihre Jacken, Mützen und Schals anhaben, ist die Frau wieder da …

Jetzt steht sie völlig aufgelöst neben mir und hält mir auf ihrem Handy das Bild von sich hin: Das Portrait einer Frau bis zu den Schultern. Ich vergleiche. Doch, ja, es sieht definitiv aus wie die kleine, etwas rundliche Frau mit dem hübschen Gesicht und den langen, blonden Haaren.

Was ist denn passiert, das sie derartig durcheinander brachte?
„Das war das kürzeste Date meines Lebens“, erzählt sie achselzuckend. „Ich war hier mit einem Online-Kontakt verabredet.“ Sie dreht sich weg, zeigt auf einen Mann, der gerade in seinen tiefergelegten BMW steigt. Dunkle Haare, nicht sehr groß (und nicht gerade attraktiv … aber das ist ja nun Geschmackssache).

Die Frau berichtet weiter. „Er hat mich von oben bis unten gemustert und mir dann direkt ins Gesicht gesagt, ich wäre nicht sein Typ und das Foto, das ich ihm über den Chat gesendet hätte, würde jemanden ganz anderes zeigen als mich.“ Jetzt weint sie tatsächlich ein bisschen. „Dabei bin ich über eine Stunde hergefahren, heute ist mein kinderfreier Tag. Den hätte ich auch anders nutzen können …“ Ich verstehe sie.

Ich kann nur zuhören, ihr über den Arm streichen. Und dann sagen: „Betrachten Sie es als natürliche Selektion. Unter uns: Der Typ ist ziemlich hässlich und hat Sie gar nicht verdient.“ Ich zwinkere ihr verschwörerisch zu. Ich bitte sie noch, vorsichtig zu fahren, als sie in ihr Auto steigt. Und dann ist sie auch schon wieder verschwunden, nur eben leider nicht mehr beschwingt.

„Deiner ist auch schön!“ (oder: Brüder unter sich)

Wer Söhne hat, weiß: Es ist einfach immer etwas los. Im Alltag mit den Bengelchen dreht sich so ziemlich alles – oder zumindest sehr vieles – um Dinosaurier und Drachen, Roller und Rennautos, Stöcker und Steine. Meist ist es laut. Sehr laut. Jungs furzen um die Wette. Oder rülpsen. Oder popeln. Oder noch „krasser“ …

Hätte mir gegenüber früher jemand behauptet, das Leben mit „nur“ Jungs sei lauter und wilder als mit „nur“ Mädchen (oder nur einem Sohn in der Familie), hätte ich mir womöglich an den Kopf getippt und gesagt: „Na, das kannst Du doch so nicht sagen, das ist doch viel zu pauschal!“ Hätte mich wohl ein bisschen ereifert. 
Heute mit zwei kleinen Rackern im Haushalt weiß ich: Doch. Genau so kann man das wirklich sagen. Jungs sind miteinander vor allem: laut, schnell und wild. Ja, Mädchen können das natürlich auch sein, immerhin war ich selbst einmal eines, das auf Bäume kletterte und mit dem Fahrrad durch die Gegend düste. Und dazu noch eine ältere und eine jüngere Schwester hatte. 
Dennoch ist es anders mit Jungs. Vielleicht beschreibe ich einfach mal ein paar so typische „Jungssituationen“, die beleuchten, was genau ich damit meine. 

„Und dann siehst Du, wie der Ninja wegrennt und drauf springt und einfach losfliegt!“ P. steckt eine Lego-Ninjago-Figur auf seinen selbstgebauten Drachen, steht mit dem Konstrukt auf und lässt es herumrennend durch die Luft sausen. Dabei macht er laute Pfeif- und Zischgeräusche, ich sehe förmlich die Spucke durch die Luft fliegen. „Eeeey, das gildet nicht! Der Drache hat doch ein krankes Bein!“, empört sich da brüllend mein viereinhalbjähriger Sohn K. „Macht nichts, er kann aus dem Stand abheben, ääätsch!“, triumphiert da der Siebeneinhalbjährige. Der Jüngere regt sich jetzt mächtig auf. „Nein! Das darf der nicht! Der Ninja darf außerdem gar nicht fliehen, der ist verhaftet und sitzt noch im Gefängnis!“ K. zieht energisch P.s Holzschwert, das fast so groß ist wie er selbst. Hier mische ich mich dann doch ein und bitte ihn, vorsichtig damit umzugehen. Jetzt ruft er „doofe Mama!“ und ist kurz davor, loszuweinen. Oh oh … „K., guck mal“, rettet P. schnell und wirklich gekonnt die Situation. „Der Drache kracht gegen einen Baum. Bamm!“ Stille. „Der Ninja steigt ab und fällt fast um, und Du kannst ihn wieder festnehmen.“ Jetzt lächelt K. Und wischt sich die Rotze mit dem Pulloverärmel ab. „Der hat jetzt ’ne Beule!“ Jetzt kichern beide und vertiefen sich wieder in ihr Lego-Abenteuer.

Eine Weile später unterhalten sie sich angeregt über den Kindergarten und die Schule. Die Themen: Freunde, Spiel und Spaß. Ich schnappe auf: „Der R. ist zwar noch schneller als ich, aber dem zeige ich es noch. Der hat ja viel längere Beine!“ Und ich höre K.: „Im Kindergarten haben wir mal eine Stöckerhöhle gebaut, und der doofe N. hat sie kaputt gemacht.“ Es sind Dinge, die sie gerade beschäftigen, Momente, die sie miteinander teilen. Schön, wie sie sich austauschen … So friedlich. 
Es ist auf einmal ruhig geworden. Verdächtig still. Ich habe das an meinem Schreibtisch sitzend gar nicht so richtig mitbekommen … 

Wo. Sind. Die. Jungs? Ich ahne Abenteuerliches. Und mache mich auf die Suche – höre Stimmen aus dem Gästebad. Ich lausche an der Tür. Ausnahmsweise. Klar. Sowas macht man ja eigentlich nicht. Was ich da höre, bringt mich jetzt aber derart zum Lachen, dass ich schnell in die Küche rennen und mir die Hand auf den Mund pressen muss, damit sie mich nicht erwischen. 
Was sagte da eben der Größere noch gleich zum Kleineren? „K., Dein Pullermatz ist echt hübsch.“ K. antwortete stolz: „Ja, stimmt. Deiner aber auch!“ Gekicher. Etwas später klopfe ich an die Tür, da lassen sie im Waschbecken aus halbierten Weinkorken und Zahnstochern gebastelte Zwei- und Dreimaster segeln.

Zwanzig Uhr: Der Papa kümmert sich um P., ich mache K. bettfertig. Die beiden teilen sich ein großes Zimmer mit Dachschrägen unter dem Reet. Nach dem Zähneputzen liest jedes Elternteil jeweils einem Kind eine altersgerechte Gute-Nacht-Geschichte vor. 
Auf einmal springt K. auf: „Ich habe P. noch keinen Kuss gegeben!“ Das war irgendwie nie richtig Thema bei den beiden. Von Beginn an verlangten wir Eltern auch nicht, dass sich der „Große“ um den „Kleinen“ kümmert oder dass sie sich abends zu umarmen oder gar zu küssen hätten. 
K. steht auf, rennt zum Autobett von P. Ein Schmatzer auf den Mund. Dann: „Gute Nacht, P.“ Auf dem Weg zurück zu mir und in sein Bett, ertönt es aus P.s Ecke: „K.?“ Der hält inne, blickt zurück. „Hm?“ P. grinst. „Du bist mein bester Freund.“

„Papas sind auch noch da“

Wie kümmern sich Väter heutzutage eigentlich um ihren Nachwuchs? Immer weniger Eltern sind inzwischen dem alten Rollenmodell „verhaftet“ – so viel ist schon mal klar. Aber inwieweit bringen sich Papas heute in den Alltag mit ihren Familien ein? Können beziehungsweise wollen sie das denn überhaupt?

Vor einiger Zeit erhielt ich eine Zuschrift von Papa Jörg aus Hannover, der sich beklagte: „Sogar auf Elternportalen geht es meist nur um die Mütter, die mit ihren Kids zu Hause bleiben, sich um alles kümmern. Wir Papas sind auch noch da. Wir können und wollen mehr tun.“

Enttäuschte Väter? Brauchen wir nicht. Deshalb startete ich kurzerhand eine Umfrage in einem bekannten sozialen Medium und lasse an dieser Stelle mal ein paar tolle Papas zu Wort kommen. 

„Ich verstehe nicht, warum einige Väter die Kindererziehung grundsätzlich für sich ablehnen und – so die Kehrseite – es gesellschaftlich auch weniger anerkannt ist, wenn die Mama arbeiten geht und der Papa mit dem Kind daheim bleibt“, schreibt Jörg, Vater eines neunzehnjährigen Sohnes. 

„Mein Vater war zwar beruflich stark eingespannt, aber er gab mir und meinem älteren Bruder viele gute Werte mit auf den Weg und kümmerte sich intensiv um uns, wenn er Zeit hatte. Werte vermitteln wollte ich ebenfalls, aber auch mehr Zeit mit unserem Jungen verbringen.“ 

Jörg tippt weiter, man spürt seine Erregung selbst aus der Ferne: Er hat viel zu dem Thema zu sagen. „Meine Frau war beruflich sehr viel unterwegs, auch, als unsere Motte noch ein Säugling war. Die Mutter machte also Karriere, ich blieb beim Kind, übernahm den Großteil der Pflege und Fürsorge.“ 

Der fast Sechsundfünzigjährige ist davon überzeugt, dass viel mehr Jungväter wesentlich mehr Aufgaben übernehmen und sich auch emotional mehr einbringen könnten. „Für mich war das damals selbstverständlich.“

Jörg macht eine längere Schreibpause, dann erscheinen folgende Zeilen auf meinem Display: „Ich dachte auch daran, dass ich es am Ende meines Lebens bereuen würde, mich zu wenig hingegeben zu haben. Mein Sohn hätte mich vielleicht kaum gekannt. Ich bin heute froh darüber, wie es gelaufen ist.“ 

Der fünfunddreißigjährige Tobias aus München sieht die Sache mit der „Rollenverteilung“ etwas anders als Jörg, stimmt aber in den Grundfesten mit dem hannoverschen Papa überein: „Ich glaube schon, dass vor allem in den ersten Jahren das Kind vor allem zur Mama gehört“, meldet er sich zu Wort.

„Es liegt in der Natur des Menschen, dass die Mütter die Babys stillen beziehungsweise füttern, sie herumtragen, sie zum Schlafen bringen, sie liebkosen und so weiter. Das heißt aber nicht, dass ich mich da rausziehe und überhaupt nichts mache. Im Gegenteil: Ich bringe mich ein, so oft und so viel und so intensiv ich nur kann, spiele und kuschele mit unserem Zweijährigen, fahre ihn im Buggy herum – zu mir gewandt, damit ich sehen kann, was er sieht.“

Das Folgende sieht er ganz genau wie Jörg: „Ich mache all das natürlich, weil ich den Zwerg so liebe – und es aber wohl auch tief bedauern würde, zu wenig in seinem Leben präsent gewesen zu sein.“ 

Väter wollen folglich anwesender sein, mehr von ihren Kindern haben, sie wirklich aufwachsen sehen? „Ja, das war und ist auch mein Ziel“, bestätigt Michael, zweifacher Papa Ende Dreißig. „Und mittlerweile bin ich auch so weit, dass ich das erreicht habe. Dennoch frage ich mich immer wieder, ob das ausreicht, ob ich noch mehr leisten kann.“
Tobias bestätigt das Gefühl, sich als Papa „irgendwie unzulänglich und fehlerhaft“ zu fühlen. „Aber genau das sind wir ja, dürfen es doch auch sein. Oder?“ 

Familie und Job unter einen Hut zu bekommen, finden auch Väter schwierig, vor allem dann, wenn sie noch ein guter Ehemann sein wollen. „Eigentlich führen wir Eltern meist nur noch Smalltalk oder die Themen drehen sich um die Kinder“, klagt Michael. „Und ich stelle mir dann die Frage: Habe ich es vielleicht schon verlernt, Beziehung zu leben oder lerne ich es gerade?“ 

Mit tiefgehenden Fragen wie diesen setzen sich aber nicht nur Tobias und Michael auseinander. „Ich bin mir ganz sicher, dass es vielen, den meisten Paaren so geht, wenn es erst einmal Kinder in ihrem Leben gibt. Sie entfernen sich erst einmal voneinander“, meint Tom aus Leipzig.

„Die Partnerschaft kommt doch definitiv eine Weile zu kurz – und viele scheitern bestimmt auch. Aber ich glaube ganz fest daran, dass meine Freundin und ich wieder enger zusammenrücken werden, wenn unsere Babytochter etwas größer ist.“

Der Endzwanziger schickt separat noch ein Ausrufezeichen hinterher … Bei Jörg hat das mit dem Zusammenrücken nicht geklappt, er lebt inzwischen allein. Zu seinem Sohn hat er bis heute ein enges Verhältnis: „Meine Ex-Frau und ich haben uns irgendwo in der Zeit zwischen Fläschchen-Geben und Geschäftsreisen verloren.“

Was ist den Vätern in Sachen Kinderaufziehen besonders wichtig? „Ich versuche, meine Kinder so ernst zu nehmen wie meine Partnerin und die Kleinen so viel zu tragen wie es nur geht“, beschreibt Michael seine Vaterrolle. „Ganz wichtig ist auch die Verständigung vom ersten Tag an. Natürlich gibt es Kommunikation bereits im Mutterleib, aber ich meine jetzt konkret ab der Geburt.“ Was genau meint er?

„Vor allem denke ich da jetzt an die ‚Ausscheidungskommunikation‘: Babys lassen es sich von Anfang an anmerken, wenn sie müssen. Das ist in unserer Genetik fest verankert. Wir haben aber verlernt, genau hinzusehen und zu deuten.“

Das heißt im Klartext: Eigentlich braucht ein Baby keine Windeln … „Genau. Unsere Tochter habe ich immer dann abgehalten, wenn ich merkte, sie muss. Hier herrscht noch viel zu viel Unwissenheit.“ Und weiter: „Bei aller Liebe und allem Sorgen, sollte man sich aber stets fragen, ob das, was man tut, aus Liebe zum Kind geschieht oder ob man es damit erdrückt.“

Jörg, der eigentlich gern mehr als ein Kind gehabt hätte, erinnert sich gern daran, wie er mit seinem kleinen Sohn seinerzeit zum Einkaufen fuhr oder Ausflüge machte. „Das war so schön. Wir haben einfach Zeit miteinander verbracht – ohne Ziel und ohne auf die Uhr zu schauen. Ich erinnere mich noch genau an die Nächte: Er kam in mein Bett gehuscht, bis er eines Tages sagte: ‚Papa, heute Nacht komme ich nicht mehr.‘ Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen, mehr als er, denke ich.“ Auf diese Zeilen folgt ein Zwinker-Smiley, doch schreibt er im Anschluss noch: „Ehrlich gesagt vermisse ich diese Zeit sehr.“

Jan aus Bersenbrück kam aus einem ganz anderen, sehr traurigen Grund dazu, Vollzeit für seine Kinder da sein zu müssen: Er hatte schlichtweg keine andere Wahl. „Meine Frau hatte Krebs und starb Ende 2019. Mir brach der Boden unter den Füßen weg. Aber es geht ja immer weiter. Und so wohnen bei mir jetzt drei Kinder, zwei Jungs aus der ersten Ehe meiner Frau und unsere gemeinsame Tochter. Ich selbst habe auch noch eine weitere Tochter, auch aus der ersten Ehe. Sie lebt bei ihrer Mutter.“ Jan macht eine Schreibpause, ich sehe, wie er tippt, innehält, wieder tippt …

„Ich sehe es so: Viele Menschen, insbesondere tatsächlich Männer, wissen nicht, wie es alleinerziehenden Vätern wirklich geht und welche Sorgen sie haben. Der Alltag und das Leben an sich gestalten sich mit einem Schlag komplett anders als wäre man zu zweit. Alleinerziehende brauchen mehr Unterstützung.“

Und dann gibt es da noch Frank, siebenundfünfzig Jahre alt, aus der Nähe von Stuttgart, ebenfalls Vater vierer Kinder. Er schreibt über sich:

„Ich sehe mich ehrlich gesagt gar nicht in einer besonderen Rolle. Bin wahrscheinlich nicht mehr oder weniger als andere Väter für ihre Minis da. Ich bringe sie auch mal abends ins Bett, erzähle ihnen Geschichten, wir spielen und lösen Rätsel … Also alles ganz normal.“

Ganz „normal“? Wenn das so ist, brauchen wir genau von diesen normalen Papas bitte noch viele weitere.
An dieser Stelle stellt euch – liebe Superpapis – bitte ein großes, rotes Herz vor.
Danke.

Hinweis: Dieser Text ist in ähnlicher Form bei „Hallo:Eltern“ erschienen.

Zehn Momente, in denen ich gern die Zeit angehalten hätte

Dass die Jahre mit Kindern schneller zu vergehen scheinen, ist eine Erfahrung, die wohl alle Eltern machen. Ich wünsche mir manchmal, die Zeit einfach anhalten zu können. Ein paar dieser Augenblicke – es sind natürlich weit mehr als nur zehn – teile ich hier mit euch.

Nach der Geburt

Ich habe keine schlechte Erinnerung an die Geburten meiner Söhne, worüber ich bis heute sehr dankbar bin. Als mir unser erster Sohn nach der Austreibung von seinem Vater auf die Brust gelegt wurde, habe ich geweint (eigentlich habe ich richtiggehend geschluchzt …) – vor Freude, vor Rührung, Ergriffenheit … ein echtes Baby, aus mir heraus, unfassbar oder?

Und ja, ich war auch erleichtert, dass der Geburtsschmerz endlich vorbei war …

So oder so ähnlich war es auch beim zweiten Kind. Ich habe „nur“ zwei Kids, aber es ist immer ein Wunder, wenn ein kleiner Mensch das Licht der Welt erblickt. (Ich habe eine Freundin, die neun Kinder hat und die genau das bestätigen kann …)

Durchschneiden der Nabelschnur

In diese Kategorie fällt auch das Durchschneiden der Nabelschnur unseres zweiten Kindes: Der Papa musste sich nach dem Blasensprung ziemlich schnell um die Betreuung unseres älteren Sohnes kümmern und konnte bei der zweiten Geburt nicht dabei sein: Es ging einfach zu schnell. Nach dem Auspulsierenlassen der Nabelschnur griff ich also dieses Mal selbst zur Schere. Eine unglaubliche Erfahrung, mein wunderschönes Baby selbst von mir zu „trennen“. Und ich gestehe: Ich habe mir damit richtig Zeit gelassen und es richtig intensiv erleben können.
Übrigens: Dass der Papa dieses Mal nicht dabei war, hatte neben all der Aufregung auch etwas Schönes: Wir zwei, Baby K. und ich, konnten uns vollends aufeinander konzentrieren. Die Welt stand still – und mit ihr auch die Zeit.

Wenn das Baby an Deiner Brust einschläft

Dies ist eine Erinnerung, die ich hoffentlich noch lange werde abrufen können (einmal abgesehen davon, dass ich unseren Vierjährigen noch stille): Das Baby hat getrunken, es ist müde, die Augenlider werden schwer, es dockt von der Brust ab, sein Atem geht langsamer. Es ist ein Bild des Friedens und der Ruhe. Ein kleiner Tropfen Muttermilch läuft seinen Mundwinkel herunter. Das Kind schläft friedlich an der Brust – es ist selig, und Du bist es auch.

Die ersten Schritte

Wenn Baby beginnt zu laufen, hältst Du den Atem an. Wird er es schaffen, einen Fuß vor den anderen zu setzen … ? Er schafft es. Du bist stolz, aber er: noch viel mehr! Und dieses Strahlen in seinen Augen! Wieder hat er sich – und jetzt nicht mehr nur symbolisch – einen Schritt von Dir losgelöst …

Wenn sich die kleinen Händchen um mein Gesicht schmiegen

… und mir ein glockenhelles Jungenstimmchen herzhaft zuraunt: „Mama, ich habe Dich sooo lieb.“ Augen, die leuchten. Ein feuchter Schmatzer legt sich auf meine Lippen, große Kinderaugen strahlen mich an. Mein Gott, was für eine Liebeserklärung, die schönste der Welt. Keine Wort mehr.

Ich kann das allein!“

Ich erinnere mich noch genau daran. Eines Morgens, als es einmal besonders schnell gehen musste, durfte ich meinem Sohn die Schuhe nicht mehr anziehen. Da kam er plötzlich, der Satz: „Mama, ich kann das schon allein.“ Und da musste ich sie wirklich anhalten, alle Hektik – und die Zeit.

Wenn die Jungs sich unterhalten

Ich bereite das Abendessen vor. Die Kinder spielen im Wohnzimmer auf dem Teppich mit dem „kleinen Lego“. K. (vier Jahre) ist der blaue Ninja („Jay“, soviel Aufklärung muss sein), P. (sieben Jahre) spielt einen „Fiesewicht“, nämlich: Lord Garmadon („Mama, der ist nicht immer fies, aber meist.“). Irgendwann schweifen ihre Gedanken vom Spiel ab, und sie unterhalten sich plötzlich über den Kindergarten und die Schule. Die Themen: Freunde, Spiel und Spaß. Es sind Dinge, die sie gerade beschäftigen, Momente, die sie miteinander teilen. Und mir geht das Herz auf. Ich bin dankbar und froh für die beiden, dass sie sich so gut verstehen (ja, sie streiten auch) – und einander haben, Freunde sind. Lausche ich solchen Gesprächen, möchte ich alles um mich herum abschalten und ja: die Zeit anhalten.

Im gemeinsamen Spiel

Wenn wir alle „Mensch, ärgere Dich nicht!“ spielen, scheint die Zeit manchmal wirklich stehen zu bleiben. Konzentrierte Blicke, völlig versunken ins Gewürfle und Figurengesetze … „Seeeechs!“ brüllt der Vierjährige, und seine Augen leuchten triumphierend auf. Und dieses freudige Glucksen, das eigentlich nur noch durch das Gegacker beim Durchkitzeln getoppt werden kann.

Vor jedem neuen Geburtstag

… lasse ich das vergangene Jahr an mir vorüberziehen, erinnere mich an unsere gemeinsamen zwölf Monate. Und verabschiede mich von einem Alter, das mein Kind nie wieder haben wird …

Last, but not least: Wenn die Kinder schlafen

… beobachte ich sie natürlich besonders gern. Klar, welchem Papa oder welcher Mama geht das nicht so? Nicht, weil sie dann etwa hübscher anzusehen wären, sondern ganz einfach deshalb, weil sie still halten! Auf diese Weise kann ich die feinen Konturen ihrer Gesichtchen ausgiebig bewundern – und zwar so lange ich es will. Ausgeliefert! Harharhar. Die geschlossenen Augen so friedlich, so entspannt, so engelsgleich. Die Münder halb geöffnet, die pausigen Wangen so rosig. Ab und zu ein Seufzer der Zufriedenheit … Der Himmel auf Erden oder?

Hinweis: Dieser Text erschien erstmals im Online-Magazin Hallo:Eltern.

„Fehler sind kein Angriff auf den Selbstwert“

Ronja Jürgens ist Vierfachmama von zwei Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen sieben und siebzehn Jahren – und kehrte vor zwei Jahren mit Mann und Kindern Deutschland den Rücken. Der Grund: das hiesige Schulsystem. Ich habe mich einmal mit ihr darüber unterhalten.

Ronja, was hat euch dazu veranlasst, Deutschland zu verlassen?

Um das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen. Meine erste Tochter hat einen seltenen Gendefekt, das sogenannte Kleefstra-Syndrom. Sie ist geistig behindert, ging in Deutschland lange Zeit auf eine Förderschule. Hier stand das Kind im Fokus, es war eine wirklich gute Erfahrung. Dann kam unser Zweitgeborener zur Schule. Nachdem wir alles versucht hatten, was das deutsche Schulsystem zu bieten hatte und es unserem Kind immer schlechter ging, weil er sich einfach nicht gewöhnen konnte, bekamen wir vom Jugendamt Unterstützung und Rückendeckung für das Homeschooling. Zu diesem Zeitpunkt war unser Sohn bereits am Ende der vierten Klasse. Die Bewilligung bezog sich auf die nächsten elf Monate. Die Bedingung: Wir mussten wöchentliche Lernberichte einreichen. Nachdem wir in den Sommerferien den ganzen Stoff der vierten Klasse aufgeholt hatten, begannen wir im August mit dem der fünften Klasse. Ich hatte aber leider von Anfang an den Eindruck, die Schule wollte unseren Heimlernerfolg irgendwie boykottieren.

Wie das?

Naja, es kamen beispielsweise vonseiten der Schule Anrufe zu den unmöglichsten Zeiten, Unterlagen fehlten oder kamen nicht rechtzeitig an. Druck, Druck und nochmals Druck. Es kristallisierte sich dann einfach nach einiger Zeit heraus, dass wir keine friedliche Lösung finden können. Ich sprach mit dem Jugendamt, Anwälten, der Rechtsschutzversicherung und bekam die Rückmeldung, dass uns nur noch der Gang vor Gericht bliebe. Dazu fehlte mir allerdings die Kraft, denn ich hatte bereits sechs Jahre für eine Diagnose der Behinderung meiner Tochter gekämpft – und fünf Jahre für meinen Sohn. Und ich hatte dabei noch zwei kleinere Kinder an der Hand. Ich war am Ende, erschöpft. Und wir beschlossen dann im Herbst 2017, das Land zu verlassen, verkauften unser Haus in Münster – und dafür ein tolles Wohnmobil. Im Frühjahr 2018 ging es los.

Wow. Das ist wirklich mutig. Wie ging es dann weiter?

Erst einmal reisten wir nach Holland, dann über England nach Irland, weiter nach Frankreich, immer an der Atlantikküste entlang, das war wunderschön. Dann sind wir erst einmal zurück nach Deutschland, um zu arbeiten und Dinge zu ordnen. Die Firma meines Mannes ist in Deutschland ansässig, er war dort Programmierer; und ich machte die Buchhaltung. Wir lebten in unserem Wohnmobil und in Ferienhäusern. Nach kurzer Zeit zog es uns wieder nach Südfrankreich, Südspanien und nach Portugal, hier verweilten wir einige Wochen. Mein Mann und meine kleine Tochter begannen, sich nach einem richtigen Zuhause zu sehen, und ich machte also eine Liste mit den Dingen, die wir für unser gemeinsames Leben brauchen. Unverzichtbar war, dass Homeschooling legal sein musste und für unsere große Tochter, dass sie sich mit Deutsch weiterhelfen kann. Eine deutsche Freundin schaute mir eines Tages dabei über die Schulter und machte mich darauf aufmerksam, dass doch zum Beispiel Dänemark all das vereinen würde, was wir wollen. Ich belas mich ausgiebig, und dann sind wir im Januar 2019 von Portugal nach Dänemark.

Und seid bis heute dort.

Ja, fest seit Sommer 2019. Für uns passt es hier prima. Wir leben auf der Halbinsel Als, vier Kilometer vom Meer entfernt. Die Große ist mittlerweile siebzehn und geht in eine Förderschule, sie fühlt sich wohl. Der Zweite wechselt zwischen Homeschooling und Freilernen, er kommt ebenfalls gut damit zurecht. Die beiden Kleinen besuchen eine Freie Schule, es sind pro Lehrer zehn Kinder in der Klasse. Hier in Dänemark sagte man anfangs zu mir: „Frau Jürgens, Sie sind die Expertin für Ihr Kind, es ist für uns wichtig zu erfahren, was Sie denken.“ Das bewegt mich bis heute. Ich kenne es so aus Deutschland leider nicht.

Ronja, von Dir stammt der „Schulfrei-Planer“ … 

Genau; als Konsequenz aus den Lernplänen, die ich ja damals für meinen Sohn schreiben musste, habe ich eben diesen „Räuberkinder Schulfrei-Planer“ entwickelt. Er dient der Dokumentation beim Homeschooling und Freilernen und richtet sich eben an Eltern, deren Kinder außerhalb von Schulen lernen. Ich möchte sie damit ermutigen, ihren Kids den nötigen Raum zu geben, etwas über ihre sogenannten Stärken und Schwächen zu erfahren. Fehler sind immer Lernwege und für mich absolut kein Angriff auf den Selbstwert. Wenn man die Beschäftigungen des Kindes dokumentiert, entdeckt man auch, wie viel Lernen im ganz normalen Alltag steckt – egal, ob ein Kind beim Kochen hilft (Kennenlernen der Aggregatzustände) oder Lego baut (Statik).

Zusammengefasst: Jedes Kind hat seine eigene Art zu lernen, deshalb sollte man immer individuell schauen, welche Methode des Lernens gerade zum eigenen Lebens- und Lernbereich passt.

Liebe Ronja, danke für das Interview!
Gerne. Danke Dir auch.

Weitere Infos über Ronja Familie und ihren „Schulfrei-Planer“ bekommst Du hier: https://www.raeuberkinder.net

Hinweis: Dieser Text erschien erstmals im Online-Magazin Hallo:Eltern.

Mit dem zweiten sieht man … anders.

Das erste Mal schwanger, das erste Mal ein Kind großziehen. Eine der aufregendsten Erfahrungen überhaupt. Klar, dass man sich da so richtig ins Zeug legt und sich möglichst vorbildlich verhalten möchte. Doch wie sieht das beim zweiten Kind aus? Zehn Dinge, die wirklich „anders“ sind.

1. Schwangerschaft

Als ich mit unserem ersten Kind schwanger war, führte ich einen Babyblog. Der Babybauch wurde geölt und bekuschelt, wir hörten klassische Musik und schliefen viel. Es war eine entspannte Schwangerschaft.

Mit Baby Nummer zwei war alles anders: Weil ich bereits einen Alltag mit Kleinkind zu bewältigen hatte, blieb wenig Zeit, mich mit dem heranwachsenden Kind in meinem Bauch zu beschäftigen.

2. Nestbautrieb

Was kaufte, hortete und hübschte ich auf, als unser erstes Baby unterwegs war! Es kamen uns Babybettchen, Kinderwagen, Laufstall und zur Sicherheit noch Fläschchen ins Haus. Alles Dinge, die man im Grunde gar nicht benötigt. Aber das sollte ich natürlich erst später in der Praxis erfahren …

All die Anschaffungen blieben bei Kind Nummer zwei aus. Lediglich eine Tragehilfe schaffte ich an – und die war Gold wert.

3. Geburt

Gegen Ende der ersten Schwangerschaft ging es mir richtig gut, ich wusste ja nicht, was mich erwartete. Natürlich hatte ich einen Vorbereitungskurs besucht, hatte gehechelt und gepresst, aber die Realität sah natürlich anders aus …

Vor der Niederkunft mit unserem zweiten Sohn hingegen hatte ich Angst. Ich konnte mich zwar nicht mehr an den Wehenschmerz erinnern, doch wohl daran, dass eine Grenzerfahrung für mich war.

4. Stillen

Bei diesem Thema scheiden sich bekanntermaßen die Geister … Für mich war klar: Ich möchte stillen … Aber was habe ich mich beim ersten Kind gestresst. Was habe ich mich deshalb verrückt gemacht, meine Kompetenzen als Mutter infrage gestellt, wenn es nicht so klappte!

Bei Baby Nummer zwei war ich mir sicher: Ich möchte wieder stillen, aber diesmal bitte stressfreier. Zum Glück ging diese Rechnung auf (vielleicht aber nur deshalb, weil ich eben entspannter war).

5. Co-Sleeping

Unser erster Sohn wurde gerade erst geboren, da schallte es schon aus allen Ecken und Enden: „Schläft er schon im eigenen Zimmer?“ Äh … „Also, in einem Schlafsack im eigenen Babybettchen ist ja am sichersten. Plötzlicher Kindstot und so.“ Ähm … „Du kannst ihm sanft antrainieren, dass er allein schläft …“ Nein, nein und nochmals nein.

Wir haben sie natürlich ausprobiert, die Sache mit dem Babybett. Als der Kleine weinte, haben wir ihn instinktiv sofort wieder zu uns genommen – die richtige Entscheidung. Wer schläft schon gern allein? Beim zweiten Sohn handelten wir sofort, wie der Bauch uns riet: Ab ins Familienbett mit Groß und Klein! (Quizfrage: Hatten Steinzeitbabys eigene Bettchen oder kuschelten sich alle Familienmitglieder eng aneinander?)

6. Zubettbringen

„Irgendwann muss er aber lernen, allein in seinem Bett einzuschlafen.“ Ich korrigiere: Irgendwann wird er es von ganz allein wollen. Und der andere auch. Einen Unterschied gab und gibt es bei unseren Jungs aber doch: Der „Große“ wurde ab dem Alter von zweieinhalb Jahren in seinem Bett in den Schlaf begleitet – um nachts zu uns Eltern zu kommen. (Er hatte für später ein schickes, rotes Autobett von den Großeltern bekommen, da wollte er unbedingt rein!).

Baby Nummer zwei muss gar nicht erst wandern: Er schläft da, wo er seine geforderte Elternnähe bekommt. Solange er das möchte – und natürlich wir Eltern.

7. Babyschwimmen

Ich erinnere mich noch genau, wie wir mit Baby P. vor über sechseinhalb Jahren motiviert zum Babyschwimmen gingen. Es war eine kleine Runde von fünf Babys mit ihren Eltern. Angenehm war das, aber hinterher waren wir alle ziemlich erschöpft. Alles in allem war es eine Erfahrung, die man machen kann, aber irgendwie nicht muss …

Als Baby K. geboren wurde, nahmen wir uns vor: Wir gehen wieder zusammen baden, diesmal zu viert. Doch der zweite Knirps hasste das Babyschwimmen, er fing nach einigen Minuten regelrecht das Schreien an. Nach drei Wochen gaben es wir es trotz bereits vollständig bezahltem Kurs auf – und es war gut so für uns alle vier.

8. Süßigkeiten müssen doch nicht sein?

So in etwa hielt ich es mit Nummer eins, und es war recht einfach: P. hatte noch keine Geschwister, er kannte einfach noch keine „klassischen“ Süßigkeiten. Er begnügte sich mit Rosinen, selbstgemixten Smoothies und mit zerkleinerten Datteln gesüßten Keksen. Im Kindergarten kam mein Sohn dann auf den Geschmack und fragte explizit nach Süßigkeiten wie Schokolade, Kaubonbons oder Gummibärchen. Das war dann auch in Ordnung für uns Eltern. In Maßen, natürlich, auch das funktionierte ganz gut.

Als Kind Numero zwo etwa zehn Monate alt war und seinen älteren Bruder Süßigkeiten naschen sah, wollte er natürlich auch. Die Schokolade war sein.

9. Rituale und Regeln

„Kindern muss man Grenzen setzen, sie brauchen Rituale.“ Wie oft habe ich diese Worte von älteren Familienmitgliedern gehört. Ganz wichtig finde ich für unsere gesamte Familie das Vorlesen vor dem Schlafengehen. Eine gewisse Reihenfolge im Alltagsablauf lassen sich mit einem ersten Kind wunderbar umsetzen.

Kommt ein zweites ins Spiel, funktioniert einiges einfach nicht mehr so oder eben ungeordneter.

10. Fernsehen

Zu viel vor der Glotze oder dem Tablet hängen ist schädlich? Ja, dachten wir als junge Erstlingseltern. Und achteten darauf, dass unser Sohn möglichst wenig fernsieht.

Beim zweiten Jungen lief es natürlich ganz anders: Er sah bereits im zarten Alter von einem Jahr mit. Und wir Eltern? Entspannen zunehmend, erinnern uns, wie es zu unserer Zeit war: nämlich gar nicht anders.

Leben mit Jungs